El Nino ist zurück
Das australische Wetteramt hat gewarnt, dass das Wetterphänomen El Nino mit hoher Wahrscheinlichkeit 2009 eintreten werde. Das Phänomen wird seit Jahren durch Messung charakteristischer Luftdruckanomalien, die in Tahiti und im australischen Darwin gemessen werden, und deren Auswertung, genannt Southern Oscillation Index (SOI), überwacht.
El Nino bringt weitreichende Veränderungen von Temperaturen, Luftdruck, Wind- und Regenmustern im Pazifikraum mit sich. Der Pazifik wird durch den kalten Humboldtstrom angetrieben. Bei einem El Nino schwächt sich der kalte Humboldtstrom ab und kommt sogar zum Erliegen. Das Oberflächenwasser vor der Küste Perus erwärmt sich so sehr, dass sich die Wasserschichten nicht mehr durchmischen und kein neues kaltes, nährstoffreiches Tiefenwasser nach oben kommt. Deshalb kommt es zum Absterben des Planktons, was wiederum zum Zusammenbruch von Nahrungsketten führt.
Auch auf die Passatwinde hat El Nino großen Einfluss. Das ganze Phänomen hat weltweite Auswirkungen. Laut Wikipedia werden drei Viertel der Erde dadurch beeinflusst. In einigen Teilen der Welt kommt es zu heftigen Überschwemmungen, in anderen zu Trockenheiten oder Wirbelstürmen. Eigentlich ist die ganze Welt mit Ausnahme von Europa direkt betroffen.
Und nun droht mitten in der schwersten weltweiten Krise seit Jahrzehnten El Nino. Das könnte sich massiv auf die Preise für Agrarrohstoffe auswirken. Denn rund ein jahr nach der Lebensmittelkrise geben die steigenden Preise für Weizen, Sojabohnen und Zucker wieder Anlass zur Sorge.
Die Uno-Welternährungsorganisation FAO warnt bereits, dass die Zahl der chronisch hungernden Menschen 2009 durch eine Kombination aus hohen Lebensmittelreisen und der Wirtschaftskrise erstmals über eine Milliarde steigen könnte.
in: Rohstoffe / vom: 20. Juli 2009 / Schlagworte: Dürre, El Nino, Hunger /
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