Biokraftstoffe schlecht für die Umwelt?
Nachdem man viel darüber gehört hat, dass für Palmöl-Plantagen den Regenwald zerstört wird und Bioethanol-Herstellung aus Getreide zu einer Verknappung und Verteuerung von Nahrungsmittel in armen Ländern führt, kann man schon an der Sinnhaftigkeit von Biokraftstoffen zweifeln. Aber vielleicht muss man nur neue Wege gehen.
Die amerikanische Umweltschutzbehörde versucht seit einiger Zeit, die Biokraftstoffproduktion weg vom Bioethanol hin zu Zellulose-Kraftstoff aus Gras zu bewegen. Dabei wird vor allem in den USA heimische Switchgrass, ein Präriegras, angebaut, weil es geringe Ansprüche an Wasser hat und viele Nährstoffe produziert.
Bruce Robertson von der Michigan State University und seine Kollegen wollten nun überprüfen, wie sich der Anbau des heimischen Grases auf das Ökosystem auswirkt. Dafür untersuchten sie natürliche Prärie, Switchgras-Anpflanzungen und Getreidefelder in Michigan. Auf den Getreidefeldern beobachteten sie nur drei verschiedene Vogelarten. Auf dem Switchgras lebten dagegen 19 der 20 auf natürlicher Prärie vorkommenden Vogelarten.
Das Team fand zudem auch mehr Insekten im Vergleich zum Getreide auf dem Switchgras.
Switchgras hätte durchaus einen positiven Effekt auf die Biodiversität, allerdings langfristig nur dann, wenn man es nicht als Monokultur anbauen würde.
in: Erneuerbare Energien / vom: 6. August 2009 / Schlagworte: Bioethanol, Ernährung, Rohstoffe /
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